An den Vorstand der LEG Wohnen NRW GmbHund an Ihren COO Dr. Volker Wiegel
Sehr geehrter Vorstand der LEG, sehr geehrter Herr Dr. Wiegel,
in knapp zwei Wochen endet die von Ihnen ausgesprochene Kündigungsfrist für die Räumlichkeiten unseres Nachbarschaftstreffs in Berg Fidel.
Die Kündigung hat im Stadtteil, in der Stadtgesellschaft und in der Politik inzwischen eine breite Debatte ausgelöst. Berg Fidel erfährt aktuell so viel Aufmerksamkeit wie selten zuvor. Viele Mieter:innen, Nachbar:innen und politische Vertreter:innen fragen sich inzwischen, wie ernst es der LEG tatsächlich mit ihrem Anspruch ist, einen „Mehrwert für das Viertel“ zu schaffen.
In den vergangenen Monaten haben wir die von Ihnen angeführten Gründe für die Kündigung eindeutig widerlegt. Jetzt liegt es an Ihnen, ein Signal zu senden – an Ihre Mieter:innen, an die Stadt und an die Politik.
Nehmen Sie die Kündigung zurück.
Kein Mehrwert? Die Realität im Stadtteil zeigt das Gegenteil
Als Begründung führen Sie an, der Treff biete nicht den „Mehrwert für Mieter und Bewohner vor Ort“, den Sie sich von der Vermietung erhofft hätten. Sie schreiben, Sie wollten mit der Vermietung „einen zusätzlichen Beitrag leisten und dies in Form einer pragmatischen Unterstützung im Lebens- und Wohnalltag“ und unterstellen uns, wir würden dies nicht leisten. In den vergangenen Monaten hat sich jedoch sehr deutlich gezeigt, dass diese Darstellung mit der Realität in Berg Fidel wenig zu tun hat.
Seit Bekanntwerden der Kündigung haben wir mit zahlreichen Bewohner:innen gesprochen. Ob an Haustüren oder auf Versammlungen: es wurde immer wieder deutlich, welche Bedeutung dieser Ort für viele Menschen in Berg Fidel hat. Zum einen als sozialer Treffpunkt, aber auch als Anlaufstelle bei Problemen im Alltag und als Raum für gegenseitige Unterstützung.
Die Unterstützung in der Nachbarschaft ist sichtbar: Knapp 400 Nachbar:innen haben eine Unterschriftensammlung zur Rücknahme der Kündigung unterzeichnet, weitere rund 300 Menschen eine Online-Petition. Zahlreiche Medienberichte haben die Situation aufgegriffen. In sozialen Netzwerken gab es viele unterstützende Beiträge durch politische Parteien und andere (Stadtteil-)Initiativen.
Auch Akteure, die täglich im Stadtteil arbeiten, bestätigen die Bedeutung des Ortes und unserer Arbeit. Der Arbeitskreis Berg Fidel – in dem viele soziale Einrichtungen und Initiativen vertreten sind – hat sich in einer Stellungnahme an den Oberbürgermeister ausdrücklich für den Erhalt unserer Arbeit ausgesprochen. Vertreter:innen nahezu aller im Stadtteil aktiven demokratischen Parteien unterstützen ebenfalls unsere Forderung nach Rücknahme der Kündigung.
Hinzu kommt: Die Räumlichkeiten werden nicht nur von Berg Fidel Solidarisch genutzt. Jeden Samstag findet dort die Lebensmittelausgabe der Tafel statt, die für viele Menschen im Viertel eine wichtige Unterstützung darstellt.
Besonders schwer nachvollziehbar wirkt die Kündigung auch vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig mehrere Gewerberäume im Viertel leer stehen. Gerade in einer Situation, in der Infrastruktur im Stadtteil eher verschwindet – Ende März sogar die einzige Hausarztpraxis –, ist ein solcher Treffpunkt von besonderer Bedeutung.
Der Nachbarschaftstreff ist damit längst Teil der sozialen Infrastruktur im Viertel geworden. Hier kommen Menschen zusammen, um Probleme gemeinsam anzugehen – nicht nur solche mit der LEG, sondern auch viele andere Herausforderungen im Stadtteil.
Dass unser Nachbarschaftstreff einen bedeutenden Mehrwert für Berg Fidel hat, dürfte inzwischen auch Ihnen deutlich geworden sein. Dass Sie dennoch an der Kündigung festhalten, verstärkt den Eindruck, dass es Ihnen weniger um die Entwicklung des Stadtteils als um wirtschaftliche Interessen geht.
Kritik an Missständen ist keine „Geschäftsschädigung“
In Ihrer Kündigung führen Sie an, unsere öffentliche Kritik an der LEG sei „geschäftsschädigend“. Diese Argumentation halten wir für wenig überzeugend.
Die eigentliche Ursache für Kritik sind nicht diejenigen, die Missstände benennen, sondern die Missstände selbst. Viele der Probleme in den Wohnungen und im Viertel sind seit Jahren bekannt: Schimmel in Wohnungen, Rohrbrüche, kaputte Heizungen und Aufzüge, lange Wartezeiten auf Reparaturen, mangelnde Erreichbarkeit der Hausverwaltung und steigende Nebenkosten. Diese Themen werden regelmäßig auch in lokalen Medien aufgegriffen und sind allgegenwärtiges Gesprächsthema im Stadtteil. Eine kleine Auswahl entsprechender Medienberichte finden Sie im Anhang.
In den letzten Monaten haben viele Bewohner:innen diese Zustände öffentlich zum Ausdruck gebracht – in Redebeiträgen auf unserer Kundgebung, in Radiobeiträgen und in Videos in unseren öffentlichen Kanälen.
An der Existenz gravierender Missstände in Berg Fidel, für die die LEG als Eigentümerin verantwortlich ist, besteht kein Zweifel.
Umso mehr stellt sich die Frage, inwiefern die Kritik an diesen bekannten Problemen geschäftsschädigend sein soll. Wie auch wir haben viele Mieter:innen in Berg Fidel angesichts des massiven Wohnungsmangels in Münster kaum eine realistische Möglichkeit, ihre Wohnung zu wechseln, wenn sie mit ihrem Vermieter unzufrieden sind. Wir alle zahlen weiterhin Monat für Monat unsere Miete – und damit auch an Ihr Unternehmen.
Wenn Ihr Geschäftsmodell tatsächlich darin besteht, guten Wohnraum zu angemessenen Mieten bereitzustellen, wie Sie es selbst darstellen, dann sollte es in Ihrem eigenen Interesse liegen, auf Missstände aufmerksam gemacht zu werden, um diese zu beheben.
Wenn öffentliche Kritik jedoch bereits als „geschäftsschädigend“ gilt, entsteht ein anderer Eindruck: dass Ihr Geschäftsmodell offenbar davon abhängt, dass Missstände möglichst wenig sichtbar werden, Mieter:innen ihre Rechte nicht einfordern und Probleme im Stillen bleiben.
Mit der Rücknahme der Kündigung haben Sie die Möglichkeit öffentlichkeitswirksam Ihren Umgang mit Kritik zu demonstrieren und ihr proklamiertes Ziel, „gutes Wohnen“ zu schaffen, zu unterstreichen.
Konstruktiver Umgang mit Kritik – Anspruch und Wirklichkeit
Sehr geehrter Herr Dr. Wiegel,
vor einigen Jahren waren Sie selbst bei einer Versammlung im Stadtteil Berg Fidel anwesend und haben betont, wie wichtig ein konstruktiver Umgang mit Kritik und der Dialog mit Mieter:innen seien. Auch öffentlich stellt sich die LEG Wohnen NRW GmbH regelmäßig so dar – als Unternehmen, das gemeinsam mit Politik und Mieter:innen an Lösungen im Quartier arbeitet.
Dass Sie uns die Räumlichkeiten im Rincklakeweg vermietet und eine langfristige Nutzung in Aussicht gestellt haben, obwohl Ihnen unsere Kritik an den Missständen in Berg Fidel längst bekannt war, schien diesen Anspruch zunächst zu bestätigen und wurde von uns wie auch im Stadtteil generell als positives Signal wahrgenommen.
Die unerwartete Kündigung wenige Monate später steht dazu in deutlichem Widerspruch. Sie vermittelt einen ganz anderen Eindruck und wirft die Frage auf, wie ernst es der LEG tatsächlich mit dem konstruktiven Umgang mit Kritik ist.
Dieser Eindruck wird durch weitere Vorgänge verstärkt. So wurde zeitgleich mit der Kündigung eine Mieterhöhung von 65 % ausgesprochen, die nach unserem Widerspruch umgehend als „Fehler“ zurückgenommen wurde. Auch andere Entscheidungen im Stadtteil wirken wenig abgestimmt, wenn nicht sogar explizit gegen einen Zusammenschluss ihrer Mieter*innen gerichtet – etwa als die LEG hunderte Mieter:innen zur Neugestaltung eines von uns gemeinsam mit vielen Anwohner:innen gestalteten Wandbilds befragte, obwohl die betreffende Wand dem Unternehmen gar nicht gehört.
Für viele Menschen im Viertel – und inzwischen auch darüber hinaus – wirft dieses Vorgehen die Frage auf, wie sorgfältig und verantwortungsvoll Entscheidungen in einem der größten Wohnungsunternehmen Deutschlands getroffen werden.
Die Kündigung unseres Raumes sendet jedenfalls ein klares Signal: Statt sich mit Kritik auseinanderzusetzen, wird der Ort geschlossen, an dem – neben vielen anderen Aktivitäten – diese Kritik geäußert wird und der für viele Mieter:innen eine der wenigen Anlaufstellen für Unterstützung im Alltag darstellt.
Gerade deshalb hätten Sie es jetzt in der Hand, wieder zu dem Umgang mit Kritik zurückzukehren, den Sie selbst einmal eingefordert haben. Eine Rücknahme der Kündigung wäre ein deutliches Signal an den Stadtteil und an die Öffentlichkeit, dass die LEG tatsächlich bereit ist, Einwände ihrer Mieter:innen ernst zu nehmen und auch kritischen Stimmen Raum zu geben, um die Lebens- und Wohnbedingungen Ihrer Mieter*innen weiterhin zu verbessern.
Verantwortung im Stadtteil
In Berg Fidel besitzt die LEG Wohnen NRW GmbH einen Großteil der Wohnungen und alle zentralen Ladenlokale. Damit nimmt Ihr Unternehmen im Stadtteil eine Stellung ein, die weit über die Rolle eines gewöhnlichen Vermieters hinausgeht. Entscheidungen der LEG betreffen hier nicht nur einzelne Mietverhältnisse, sondern prägen das soziale und öffentliche Leben eines ganzen Viertels.
Gerade deshalb kann sich die LEG nicht ausschließlich als privates Unternehmen verstehen, das lediglich seine wirtschaftlichen Interessen verfolgt. Wenn ein einzelner Konzern eine solche dominierende Rolle in einem Stadtteil einnimmt, entsteht eine besondere Verantwortung gegenüber der Nachbarschaft.
Mit der Kündigung unseres Nachbarschaftstreffs tritt die LEG zudem selbst als politischer Akteur auf. Ein solches Vorgehen überschreitet die Rolle eines privatwirtschaftlichen Unternehmens. Besonders deutlich wird das in Ihrer Begründung der Kündigung: Einerseits maßen Sie sich an zu bestimmen, wer oder was einen „Mehrwert“ für Berg Fidel darstellt, andererseits erklären Sie offen, dass öffentliche Kritik an Ihrem Unternehmen Anlass für die Kündigung ist.
Damit nutzt die LEG ihre Marktmacht, um gegen öffentliche Kritik und die Organisierung von Mieter:innen vorzugehen. Ihr Vorgehen berührt damit unmittelbar Fragen von demokratischer Teilhabe, Meinungsfreiheit und sozialer Infrastruktur im Stadtteil.
Diese Entwicklung bleibt nicht unbeachtet. Bereits heute beschäftigen sich politische Vertreter:innen und soziale Akteure in Münster mit der Situation in Berg Fidel. Viele stellen sich die Frage, wie verantwortungsvoll ein Unternehmen mit einer derart dominanten Stellung in einem Quartier umgeht – und welche politischen Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Inzwischen hat die Kündigung unseres Raumes auch überregional Aufmerksamkeit erregt. Mieterinitiativen in anderen Städten, in denen die LEG viele Wohnungen besitzt, verfolgen die Vorgänge aufmerksam. Berg Fidel entwickelt sich damit zunehmend zu einem Beispiel für das grundsätzliche Spannungsverhältnis zwischen großen Wohnungskonzernen und ihren Mieter:innen.
Gerade weil Eigentum verpflichtet, darf es nicht zur Einschränkung demokratischer Organisierung und Kritik genutzt werden. Wenn ein Unternehmen seine strukturelle Macht einsetzt, um kritische Stimmen aus einem Stadtteil zu verdrängen, wird dies zwangsläufig politische Aufmerksamkeit und Gegenreaktionen hervorrufen.
Es liegt daher auch in Ihrem eigenen Interesse, diesen Konflikt nicht weiter zu eskalieren. Eine Rücknahme der Kündigung wäre ein deutliches Signal, dass die LEG bereit ist, ihrer besonderen Verantwortung im Stadtteil gerecht zu werden.
Unsere Forderung
Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie groß die Unterstützung für den Nachbarschaftstreff im Stadtteil ist. Viele Menschen empfinden die Kündigung als Versuch, kritische Organisierung im Viertel zu schwächen – und damit wieder einmal zu zeigen, dass Sie nicht an einer Verbesserung der Situation Ihrer Mieter*innen interessiert sind. Ob dies Ihre Absicht war oder nicht – dieser Eindruck ist entstanden.
Gleichzeitig hat die Kündigung eine Dynamik ausgelöst, die längst über Berg Fidel hinausreicht. Immer mehr Menschen – im Stadtteil, in der Stadtgesellschaft und auch in anderen Städten – verfolgen aufmerksam, wie die LEG mit Kritik und mit der Organisierung ihrer Mieter:innen umgeht.
Die Probleme im Viertel verschwinden nicht dadurch, dass man die Orte schließt, an denen darüber gesprochen wird. Im Gegenteil: Die Kündigung hat die Aufmerksamkeit erst recht auf die Situation in Berg Fidel gelenkt. Viele Menschen, die zuvor wenig über die Zustände in den Wohnungen und im Stadtteil wussten, beschäftigen sich nun damit.
Sie haben es jetzt selbst in der Hand, wie diese Geschichte weitergeht.
Nehmen Sie die Kündigung zurück!
Ein solcher Schritt wäre ein deutliches Signal an Ihre Mieter:innen, an die Stadt und an die Öffentlichkeit, dass die LEG bereit ist, Verantwortung für ihre Rolle im Stadtteil zu übernehmen und Kritik nicht zu bekämpfen, sondern ernst zu nehmen.
Tun Sie dies nicht, wird die Auseinandersetzung um Berg Fidel weiter an Aufmerksamkeit gewinnen. Für viele Menschen ist dieser Konflikt längst zu einem Beispiel für die grundsätzliche Frage geworden, wie große Wohnungskonzerne mit der Lebensrealität ihrer Mieter:innen umgehen.
Noch haben Sie die Möglichkeit zu zeigen, dass die LEG Teil der Lösung sein will – und nicht Teil des Problems.
Mit freundlichen Grüßen
Berg Fidel Solidarisch
Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V.
Pressemitteilung
„Jetzt liegt es an Ihnen, ein Signal zu senden“ – offener Brief fordert LEG zur Verantwortungsübernahme in Berg Fidel auf
2 Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist warnt Initiative vor Verlust eines wichtigen Treffpunkts im Stadtteil
Münster, 16.03.2026
Knapp zwei Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist für den Nachbarschaftstreff in Berg Fidel erhöhen die Initiative Berg Fidel Solidarisch und der Trägerverein Nachbarschaftstreff Berg Fidel e.V. den Druck auf die LEG Wohnen NRW GmbH. In einem offenen Brief an den Vorstand des Unternehmens und an dessen COO Dr. Volker Wiegel fordern sie, die Ereignisse der letzten Monate zu berücksichtigen und die Kündigung der Räume im Rincklakeweg zurückzunehmen. In den letzen Monaten hatten sich viele Nachbar*innen und Lokalpolitiker für den Verbleib der Räumlichkeiten ausgesprochen.
„Die Kündigung hat im Stadtteil, in der Stadtgesellschaft und in der Politik eine intensive Debatte und viel Kritik ausgelöst. Berg Fidel erfährt aktuell so viel Aufmerksamkeit wie selten zuvor. Viele Mieter:innen, Nachbar:innen und politische Vertreter:innen fragen sich inzwischen, wie ernst es der LEG tatsächlich mit ihrem Anspruch ist, einen „Mehrwert für das Viertel“ zu schaffen.“, heißt es in dem offenen Brief.
Die LEG hatte die Kündigung unter anderem damit begründet, der Treff biete nicht den erhofften „Mehrwert für Mieter und Bewohner vor Ort“. Die Initiative widerspricht dieser Darstellung:
„Seit Bekanntwerden der Kündigung haben wir mit zahlreichen Bewohner:innen gesprochen. Ob an Haustüren oder auf Versammlungen: es wurde immer wieder deutlich, welche Bedeutung dieser Ort für viele Menschen in Berg Fidel hat. Zum einen als sozialer Treffpunkt, aber auch als Anlaufstelle bei Problemen im Alltag und als Raum für gegenseitige Unterstützung.“
Nach Angaben der Initiative haben etwa 400 Nachbar:innen eine Unterschriftensammlung zur Rücknahme der Kündigung unterzeichnet, weitere rund 300 Menschen eine Online-Petition unterstützt. Auch der Arbeitskreis Berg Fidel – ein Zusammenschluss sozialer Einrichtungen im Stadtteil – sowie Vertreter:innen mehrerer demokratischer Parteien hätten sich für den Erhalt des Treffpunkts ausgesprochen.
Dr. Volker Wiegel, COO der LEG, wird in einem Teil des Briefs persönlich adressiert. Dieser habe vor einigen Jahren bei einer Versammlung im Stadtteil Berg Fidel selbst betont, wie wichtig ein konstruktiver Umgang mit Kritik und der Dialog mit Mieter:innen seien. Die Kündigung versteht die Initiative als ein Signal in eine andere Richtung: „Statt sich mit Kritik auseinanderzusetzen, wird der Ort geschlossen, an dem – neben vielen anderen Aktivitäten – diese Kritik geäußert wird und der für viele Mieter:innen eine der wenigen Anlaufstellen für Unterstützung im Alltag darstellt.“
In ihrem Schreiben verweisen die Initiativen zudem auf die besondere Rolle der LEG im Stadtteil. Das Unternehmen besitzt in Berg Fidel einen großen Teil der Wohnungen sowie die zentralen Ladenlokale – von denen manche leer stehen. „Wenn ein einzelner Konzern eine solche dominierende Rolle in einem Stadtteil einnimmt, entsteht eine besondere Verantwortung gegenüber der Nachbarschaft.
Mit der Kündigung unseres Nachbarschaftstreffs tritt die LEG zudem selbst als politischer Akteur auf. Ein solches Vorgehen überschreitet die Rolle eines privatwirtschaftlichen Unternehmens.“, heißt es in dem offenen Brief.
Zum Abschluss des Briefes richten die Initiativen einen direkten Appell an die Unternehmensführung:
„Sie haben es jetzt selbst in der Hand, wie diese Geschichte weitergeht. Nehmen Sie die Kündigung zurück!
Ein solcher Schritt wäre ein deutliches Signal an Ihre Mieter:innen, an die Stadt und an die Öffentlichkeit, dass die LEG bereit ist, Verantwortung für ihre Rolle im Stadtteil zu übernehmen und Kritik nicht zu bekämpfen, sondern ernst zu nehmen.“
Der vollständige offene Brief ist der Pressemitteilung beigefügt.
Hintergrund:
Seit Jahren engagieren sich bei Berg Fidel Solidarisch ehrenamtlich Anwohner:innen für eine solidarische, aktive und selbstorganisierte Nachbarschaft in Berg Fidel. Neben vielfältigen sozialen und kulturellen Angeboten wird kontinuierlich zu wohnungspolitischen Themen gearbeitet. Dazu zählt auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Handeln des börsennotierten Unternehmens LEG. Hierbei werden Missstände in den Wohnungen benannt, Mieter*innen in solidarischen Beratungen bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt und es wurde erfolgreich eine Mieter*innensprechstunde im Stadtteil erkämpft. Darüber hinaus bietet der Verein mit dem Nachbarschaftstreff einen offenen Ort für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Ende September hatte die LEG nun dem Nachbarschaftstreff die Räumlichkeiten zu Ende März gekündigt. Seitdem forderten viele Nachbar*innen aus Berg Fidel und Menschen aus der Zivilgesellschaft in Münster die Rücknahme der Kündigung.
Weiterführende Links/Quellen:
Besuch von Dr. Volker Wiegel in Berg Fidel 2021
Radio-Interview: https://www.nrwision.de/mediathek/berg-fidel-solidarisch-260310/
Petition: https://c.org/685J9pBBkK
Unterstützung Die Linke: https://www.dielinke-muenster.de/start/aktuell/detailseite-kv/news/leg-kuendigt-stadtteilgewerkschaft-in-berg-fidel-angriff-auf-solidarische-stadtteilarbeit/
Unterstützung Grüne:
Unterstützung Stadtteilinitiative Kiel-Gaarden:
Berichterstattung Kündigung:
Berichterstattung Wandbild:

